Durchfall: Ursachen, Ernährung und was wirklich helfen kann
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- Von Carina Koller
Durchfall ist ein häufiges Verdauungsproblem und kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Meist tritt Durchfall plötzlich auf und verschwindet nach einigen Tagen wieder von selbst. Trotzdem kann er den Körper belasten, denn mit dem flüssigen Stuhl gehen Wasser und wichtige Elektrolyte verloren. Deshalb stellt sich schnell die Frage: Was hilft gegen Durchfall und was sollte man bei den Beschwerden beachten?
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wodurch Durchfall entstehen kann, was Sie bei akuten Beschwerden tun können, welche Ernährung sinnvoll ist und wann ärztlicher Rat wichtig wird. Außerdem geht es um die Rolle der Darmgesundheit für das ganzheitliche Wohlbefinden.
- Akuter Durchfall wird häufig durch Magen-Darm-Infektionen ausgelöst, kann aber auch durch Lebensmittel, Unverträglichkeiten oder Medikamente entstehen.
- Durch den flüssigen Stuhl verliert der Körper Wasser und wichtige Elektrolyte; ausreichendes Trinken steht deshalb an erster Stelle.
- Leicht verträgliche Lebensmittel wie Reis, Banane, Kartoffeln oder Zwieback können während akuter Beschwerden sinnvoll sein.
- Blut im Stuhl, hohes Fieber, starke Schmerzen, Kreislaufprobleme oder länger anhaltender Durchfall sollten ärztlich abgeklärt werden.
Was ist Durchfall und wann spricht man von Diarrhoe?
Medizinisch wird von Diarrhoe gesprochen, wenn innerhalb von 24 Stunden mindestens dreimal sehr weicher oder flüssiger Stuhl auftritt. Häufig kommen weitere Beschwerden wie Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Blähungen, Übelkeit oder Erbrechen hinzu. Bei Infektionen können außerdem Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen auftreten.
Akuter Durchfall beginnt häufig plötzlich und dauert meist einige Tage bis etwa eine Woche. Besonders häufig steckt eine Magen-Darm-Infektion dahinter. Viren wie Noroviren und Rotaviren gehören zu den typischen Auslösern, aber auch Bakterien wie Salmonellen oder Campylobacter können Beschwerden verursachen.
Entscheidend ist nicht nur die Häufigkeit des Stuhlgangs. Auch die Dauer, die Stärke der Beschwerden und zusätzliche Symptome spielen eine Rolle. Denn Durchfall kann bei starkem Flüssigkeitsverlust zu einer Austrocknung des Körpers führen.
Nicht jeder weiche Stuhl ist gleich Durchfall. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Stuhlkonsistenz, Häufigkeit und Dauer. Medizinisch spricht man in der Regel von Diarrhoe, wenn innerhalb von 24 Stunden mindestens drei sehr weiche oder flüssige Stühle auftreten.
Welche Ursachen kann Durchfall haben?
Die möglichen Auslöser sind vielfältig. Nicht immer steckt eine Infektion dahinter.
Magen-Darm-Infektionen
Akuter Durchfall wird häufig durch Viren oder Bakterien verursacht. Eine Infektion kann beispielsweise über verunreinigte Lebensmittel oder Getränke übertragen werden. Auch Reisedurchfall gehört zu den häufigen Formen der akuten Diarrhoe.
Lebensmittel und Unverträglichkeiten
Manche Menschen reagieren auf bestimmte Lebensmittel mit Verdauungsbeschwerden. Dazu zählen beispielsweise Laktose- oder Glutenunverträglichkeiten. Auch ungewohntes Essen, sehr fettreiche Mahlzeiten oder verdorbene Lebensmittel können vorübergehend Beschwerden auslösen.
Wer wiederholt Durchfall nach dem Essen bekommt, sollte deshalb darauf achten, ob bestimmte Lebensmittel oder Mahlzeiten als Auslöser infrage kommen. Ein Ernährungstagebuch kann dabei helfen, Zusammenhänge zu erkennen.
Medikamente und Antibiotika
Auch Medikamente können die Verdauung beeinflussen. Besonders bekannt ist Durchfall nach Antibiotika. Antibiotika wirken nicht nur auf krankmachende Bakterien, sondern können auch die Zusammensetzung der normalen Darmflora verändern. Dadurch kann es während oder nach einer Antibiotikabehandlung zu Durchfall kommen.
Bei starkem, länger anhaltendem oder wiederkehrendem Durchfall nach einer Medikamenteneinnahme sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Reizdarm und andere Darmerkrankungen
Wiederkehrende Beschwerden können auch mit einem Reizdarmsyndrom oder anderen Erkrankungen des Verdauungstrakts zusammenhängen. Bei einem Reizdarmsyndrom können beispielsweise Bauchschmerzen, Blähungen und Veränderungen der Stuhlkonsistenz auftreten.
Beim Reizdarm können Durchfall, Verstopfung oder ein Wechsel zwischen beiden auftreten. Die Beschwerden können durch bestimmte Lebensmittel, Stress oder andere individuelle Faktoren verstärkt werden.
Auch andere Erkrankungen des Verdauungstrakts können mit wiederkehrendem Durchfall verbunden sein. Wer ständig Durchfall hat, sollte deshalb nicht ausschließlich versuchen, die Symptome selbst zu behandeln, sondern die Ursache ärztlich abklären lassen.
Durchfall: Was tun und was hilft?
Wer sich fragt: Durchfall was tun? Die wichtigste Maßnahme bei akutem Durchfall ist zunächst, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen.
Durch den flüssigen Stuhl verliert der Körper Wasser sowie wichtige Salze wie Natrium und Kalium. Bei leichtem Durchfall reicht es häufig aus, regelmäßig ausreichend zu trinken. Bei stärkerem Flüssigkeitsverlust können spezielle Elektrolytlösungen aus der Apotheke sinnvoll sein.
Was tun bei Durchfall?
Diese einfachen Maßnahmen können bei akuten Beschwerden helfen:
- regelmäßig und ausreichend trinken
- bei stärkerem Flüssigkeitsverlust Elektrolytlösungen verwenden
- leichte, gut verträgliche Lebensmittel bevorzugen
- Alkohol und sehr fettreiche Speisen zunächst vermeiden
- auf den Verlauf und zusätzliche Symptome achten
- dem Körper Ruhe gönnen
Sehr zuckerhaltige Getränke wie reine Fruchtsäfte oder Limonaden sind nicht automatisch eine gute Alternative zu einer Elektrolytlösung. Aufgrund ihres hohen Zuckergehalts können sie die Beschwerden unter Umständen sogar verstärken.
Wenn Sie sich fragen, was hilft gegen Durchfall, ist die Antwort deshalb nicht unbedingt ein bestimmtes Lebensmittel oder ein einzelnes Präparat. Entscheidend sind vor allem Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich sowie die Beobachtung des Verlaufs.
Was essen bei Durchfall?
Bei akutem Durchfall muss man nicht grundsätzlich auf Nahrung verzichten. Entscheidend ist, was individuell gut vertragen wird.
Als leicht bekömmlich gelten beispielsweise:
- Reis
- Banane
- Zwieback
- Kartoffeln
- leichte Suppen oder Brühen
- andere fettarme und gut verträgliche Speisen
Häufig ist es sinnvoll, kleinere Portionen über den Tag verteilt zu essen. Sehr fettige oder scharfe Speisen, Alkohol und Kaffee können den gereizten Verdauungstrakt zusätzlich belasten und werden während einer akuten Phase deshalb häufig besser gemieden.
Beim Thema Essen bei Durchfall gilt allerdings: Eine strenge „Durchfalldiät“ ist nicht für jeden notwendig. Sobald sich der Zustand bessert, kann die Ernährung normalerweise schrittweise wieder abwechslungsreicher werden.
Hausmittel gegen Durchfall: Was ist sinnvoll?
Hausmittel können bei leichten Beschwerden eine unterstützende Rolle spielen. Wichtig ist jedoch, zwischen einer angenehmen Begleitung der Beschwerden und einer tatsächlich notwendigen Behandlung zu unterscheiden.
Ausreichend zu trinken ist die wichtigste Maßnahme. Bei stärkerem Flüssigkeitsverlust sind standardisierte orale Rehydrationslösungen besonders geeignet, weil sie Flüssigkeit und Elektrolyte gezielt ersetzen.
Auch leichte Lebensmittel wie Reis, Banane oder Zwieback können gut verträglich sein. Salzgebäck oder Brühe können ebenfalls zur Aufnahme von Flüssigkeit und Salz beitragen.
Nicht jedes häufig empfohlene Hausmittel ist dagegen wissenschaftlich gut untersucht. Das gilt beispielsweise für verschiedene Nahrungsergänzungsmittel oder vermeintliche „Darmreinigungen“. Bei anhaltenden Beschwerden sollte deshalb nicht ausschließlich auf Hausmittel gesetzt werden.
Ständiger oder wässriger Durchfall: Wann sollte man zum Arzt?
Nicht jeder Durchfall ist gefährlich. Es gibt aber Warnzeichen, bei denen ärztlicher Rat wichtig ist.
Dazu gehören insbesondere:
- Blut oder schwarzer Stuhl
- Schleim im Stuhl
- hohes Fieber
- starke Bauchschmerzen
- ausgeprägtes oder anhaltendes Erbrechen
- Schwindel oder Kreislaufprobleme
- starke Müdigkeit oder Benommenheit
- sehr dunkler Urin oder deutlich weniger Wasserlassen
- keine Besserung nach etwa 48 Stunden
- besonders starker oder anhaltender Flüssigkeitsverlust
Diese Beschwerden können auf eine ernstere Ursache oder eine deutliche Austrocknung hinweisen. Besonders gefährdet sind unter anderem kleine Kinder, ältere Menschen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Auch ständiger Durchfall sollte nicht dauerhaft selbst behandelt werden. Hält eine Diarrhoe länger als zwei Wochen an, spricht man von anhaltendem Durchfall. Dann ist eine ärztliche Abklärung besonders wichtig, um beispielsweise Unverträglichkeiten, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder andere Ursachen zu erkennen.
Wann ist Durchfall ein Notfall?
Bei starken Kreislaufproblemen, Bewusstseinsstörungen, ausgeprägter Austrocknung oder wenn Flüssigkeit aufgrund von unkontrollierbarem Erbrechen nicht aufgenommen werden kann, ist eine rasche medizinische Versorgung erforderlich.
Fazit: Den Darm bei Durchfall sinnvoll unterstützen
Akuter Durchfall ist häufig unangenehm, verläuft bei ansonsten gesunden Erwachsenen aber oft unkompliziert. Die wichtigste Frage bei der Behandlung lautet daher zunächst nicht, welches Mittel den Durchfall möglichst schnell stoppt, sondern wie sich der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust ausgleichen lässt.
Ausreichend trinken, bei Bedarf Elektrolyte zuführen und leicht verträgliche Lebensmittel essen sind wichtige Grundlagen. Gleichzeitig sollte auf Warnzeichen wie Blut im Stuhl, hohes Fieber, starke Schmerzen, Kreislaufprobleme oder einen ungewöhnlich langen Verlauf geachtet werden.
Bei wiederkehrenden Darmbeschwerden lohnt sich ein genauerer Blick auf die Darmgesundheit. Hier können je nach Ursache unterschiedliche Maßnahmen sinnvoll sein. Wichtig ist, ein Hausmittel ersetzt weder die ausreichende Flüssigkeitszufuhr bei akutem Durchfall noch die ärztliche Abklärung von Warnzeichen.
Wissenschaftliche Quellen
- Petkov et al. (2021): PMA-zeolite can modulate inflammation associated markers in irritable bowel disease – an explorative randomized, double blinded, controlled pilot trial. Die Studie untersuchte 41 Personen mit Reizdarmsyndrom und verschiedene Entzündungs-, Darmbarriere- und Mikrobiomparameter.
- Glock et al. (2022): Safety and efficacy of purified clinoptilolite-tuff treatment in patients with irritable bowel syndrome with diarrhea: Randomized controlled trial. Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Pilotstudie mit 30 Patienten mit IBS-D.
- Mosgoeller et al. (2024): PMA-Zeolite (Clinoptilolite) in the Management of Irritable Bowel Syndrome – a Non-Interventional Study. Nicht-interventionelle Studie mit 204 Patienten mit verschiedenen Reizdarmtypen über acht Wochen.
- Lamprecht et al. (2015): Effects of PMA-Zeolite supplementation on parameters of intestinal barrier integrity, inflammation, redox biology and performance.
Fachredaktion der Panaceo International GmbH, Gödersdorf (Österreich). Inhalte werden regelmäßig geprüft und auf Basis aktueller Fachliteratur aktualisiert.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei starken, anhaltenden oder ungewöhnlichen Beschwerden sollte medizinischer Rat eingeholt werden.